Leonardo 2014-17.03.2026


Heute ist unser Leonardo über die Regenbogenbrücke gegangen. Vor knapp zwölf Jahren zog er hier ein und hat jeden Tag zu seinem gemacht. Ob im Stroh, in der Suhle, allein oder mit seinen Kumpels, hat er keine schlechte Laune aufkommen lassen. Sogar wenn er krank war, schien er noch zu lächeln. Vom kleinen Kerl, der nur Unfug im Kopf hatte und uns fast täglich in den Wahnsinn getrieben hat, wurde er zu einem wahren Gentleman, der uns viel Freude bereitet hat. Immer freundlich und gut drauf.

 

Das Quieken beim Rückenschubbern war legendär. Damit hat er viele Herzen erobert und weitere Kuscheleinheiten genießen dürfen. Auch zu anderen Piggies war Leonardo immer lieb und ist Zoff gekonnt aus dem Weg gegangen. Auf deinen Namen hat er gehört und ist uns immer voller Vertrauen gefolgt. Trotz seiner Größe und seines Gewichtes hatte er nie Gelenkprobleme, hat sich ja auch über die Jahre immer fit gehalten mit Exkursionen in andere Ställe, in den Rüsselgarten oder auch mal durchs Dorf.

 

Wir wussten schon länger, dass sein Herz nicht mehr das kräftigste war. Die Schweine haben in ihren gezüchteten großen Körpern viel zu kleine Herzen, die auch nicht lange schlagen sollen. Zwölf Jahre ist er dennoch fast geworden, aber es hätten ruhig zwölf mehr sein können.

 

Am Wochenende vorher war alles wie immer. Leonardo hat gefuttert, ist rumgelaufen und hat sein Ding gemacht. Doch heute am Morgen betraten wir seinen Stall. Ganz ruhig und flach atmend lag er da und wir wussten sofort, dass wir ihn verlieren. Wir sind uns sicher, dass er auf uns gewartet hat um dich zu verabschieden, denn kurz danach und bevor der Tierarzt ankam, hat er inmitten seiner Rotte seinen letzten Atemzug genommen.

 

Lieber Leo, lauf über die Wolken und quieke, wie du es hier immer beim Rückenschubbern gemacht hast.

 

Bis wir uns wiedersehen, bleibst auch du unvergessen. ❤️


Sharky 2014-22.01.2026

Heute ist unsere Sharky über die Regenbogenbrücke gegangen. 

 

Ihre Ankunft hier war unvergesslich. Nicht umsonst haben wir sie Sharky getauft. Eine kleine rosa bissige Madame war sie und hat uns einige Monate damit auf Trab gehalten. Irgendwann hat sie gemerkt, dass sie mehr davon hat den Bauch gekrault zu bekommen, anstatt um sich zu beißen und unser Zusammenleben wurde sehr harmonisch. Fast sehr harmonisch, denn in der Rausche haben ihr die Hormone den Verstand geraubt. Alle drei Wochen war nix mit Kuhscheln oder Stall misten, denn sie wollte uns besteigen und auch einige Besucher. "Raus hier" mussten wir oft brüllen, um Besucher in Sicherheit zu bringen. Wenn sie ihre Hasenzähnchen gezeigt hat, wussten wir genau was Plan ist. Außerhalb der Rausche war sie einfach nur lieb und viele Besucher lagen mit ihr im Stroh oder verwöhnten sie kulinarisch. Die Suhle hat sie geliebt und viel Zeit damit verbracht, den Rüsselgarten umzudekorieren.

 

Man merkte in den letzten zwei Jahren, dass sie schon eine Omi wird. Sie hat viel geschlafen und ist letzten Sommer immer seltener in die Suhle gegangen. Weniger Bewegung bedeutet weniger Abnutzung der Klauen und wir mussten leider Hand anlegen und Klauenpflege betreiben. Tierärzte fand sie nie gut und die hat sie gerne attackiert, also mussten wir sie ein wenig sedieren, um an ihren Klauen arbeiten zu können. Alles lief perfekt, sie hatte die Füße wieder schön, stand auch wieder und hat uns ihren Unmut über die Aktion mit Geschimpfe und Drohungen gezeigt. Bei der Abendrunde saß sie im Stall, hat uns angeschaut und ist dann auf die Seite gefallen. Sie ist einfach tot umgefallen und wir können es immernoch nicht fassen.

 

Sharky, lauf über die Wolken, rammel sie alle und schimpfe, wie nur du es konntest.

 

Bis wir uns wiedersehen, bleibst auch du unvergessen. ❤️


Janell 15.03.2020-23.11.2025

Heute ist unsere Janell über die Regenbogenbrücke gegangen. 

Vom ersten Tag an hat sie jedes Herz im Sturm erobert und jeden abgeschleckt. Äußerlich und innerlich wunderschön, teilweise frech und temperamentvoll.

 

Ende letzten Jahres stand sie  schon im Viehtransporter mit Endstation Schlachthof. Der Tochter ihres Landwirts hatte sie es zu verdanken, dass sie noch zeitig abgeladen wurde und bei uns einziehen durfte. Passend zu Weihnachten geschah für Janell das nächste Wunder. Wir konnten ihre Tochter Josy auch noch übernehmen und die Zusammenführung der Beiden war eines der schönsten Erlebnisse hier. Sie  haben sich sofort erkannt und klein Josy durfte ihre Milch trinken. 

Dann folgte die nächste Überraschung. Janell war wieder tragend und nach ein paar Monaten mussten wir sie von Josy trennen, damit sich ihr Euter für ihr nächstes Kalb erholt. Da Janell im Umgang mit Menschen einfach nur ein Träumchen war, haben wir sie und Brina mit Astrid zusammen gestellt und gehofft, dass Astrid von ihnen lernt.

 

Vor sechs Wochen hat Janell dann ihren Jonas auf die Welt gebracht. Ein prächtiges Kerlchen, das sie sofort so geliebt und umsorgt hat. Mit Milchfieber lag sie nach der Geburt kurz fest, aber unser Tierarzt brachte sie schnell wieder auf die Klauen.

 

In den letzten Wochen haben wir jeden Tag mit Janell gekuhschelt, weil sie es eingefordert hat und wir Astrid zeigen wollten, wie sie leben könnte. Vor vier Tagen morgens war der Tagesablauf mit Janell wie immer. Füttern, Euter kontrollieren, kuhscheln und uns abschlabbern lassen. Mittags stand sie noch am Heu, völlig unauffällig. Am späten Nachmittag lag sie fest im Stall, auf der Seite, nass geschwitzt und strampelnd. Wegen Astrid kamen wir nicht an sie heran und Minuten fühlten sich wie Tage an. Unser Tierarzt hat mehr Verstand gezeigt als wir, als wir ihn anriefen. Als er hörte, dass Astrid mit im Stall steht, packte er das Fernnarkosegewehr ein, während wir nur hilflos ins Telefon brüllten voller Panik und totaler Überforderung. Es hat gedauert, bis wir Janell zu Hilfe kommen konnten. Wir brachten sie in Brustlage und ließen sie abgasen. Infusionen, Schmerzmittel, Calcium etc. und Blutabnahme. Erneutes Milchfieber war die Diagnose und die Hoffnung war groß, dass sie bald wieder aufsteht. Janell ist nicht mehr aufgestanden, nicht von allein und auch nicht mit unserer Hilfe. Vier Tage lang dauerte es, bis die Blutergebnisse endlich da waren. Das ganze Tierärzte-Team hat um sie mit uns gekämpft,  vergebens. Vorgestern ein kurzes Aufleben und Hoffnung, aber heute haben wir Janell gehen lassen müssen.

 

Liebe Janell, lauf über die Wolken und zeig auch da oben allen wie besonders du bist.

In Josy und Jonas wirst du für uns weiterleben.

 

Auf ewig unvergessen bleibst du, bis wir uns wiedersehen. ❤️


Leni 05.07.2000-20.11.2025

Heute ist unsere Uromi Leni über die Regenbogenbrücke gegangen und es war uns eine Ehre sie in ihren letzten Jahren begleiten zu dürfen. In Freiheit hat sie ihr letztes leibliches Kind, die wilde Jette, geboren und bei uns großgezogen. Sie standen zusammen in einer harmonischen Mutter-Kind-Herde, bis die  Kleinen den Müttern über den Kopf wuchsen. 

 

Leni fing an zu lahmen und da wir hier nichts finden konnten, brachten wir sie für eine genaue Diagnostik in die Rinderklinik. Es war Arthrose und so zog sie in die Krankenherde mit Weide direkt am Hof, in die auch alle mutterlosen Kälber kommen. Lenis Mutterinstinkt war so groß ausgeprägt, dass sie sofort jedes Kalb unter ihre Fittiche nahm. Dafür sind wir ihr unendlich dankbar, denn sie hat Jovita und Pedro umsorgt, erzogen und betüddelt, wie es nur eine Kuh kann. Wir werden nie vergessen, wie sie uns samt Milcheimer mit ihrem Kopf an die Wand geklatscht hat, weil sie es unerhört fand, dass Jovita Ersatzmilch aus dem Eimer bekommen sollte. Es dauerte einige Tage, bis wir einen friedlichen Kompromiss fanden. Auf Menschen hatte Leni keine große Lust und einige staunten, wie resolut sich so eine Kuhomi noch durchsetzen kann. Nie haben wir geschimpft oder Gegenwehr geleistet, sie durfte uns "vermöbeln".

 

In den letzten Monaten lief Leni immer schlechter. Seit September hatten wir sie mit Pedro bereits im Stall. In den letzten Wochen auf Schmerzmittel war uns bewusst, dass sie ihren 26. Geburtstag nicht mehr erleben wird. In der letzten Woche fiel der erste Schnee und die Minusgrade kamen. Heute lag sie das erste Mal fest, aber wir bekamen sie leicht wieder auf die Beine. Zwei Stunden später lag sie erneut und wir erwiesen ihr einen letzten Freundschaftsdienst, auch wenn es uns das Herz brach. Friedlich durfte sie in Melanies Armen über die Regenbogenbücke gehen.

 

Liebe Leni, jetzt kannst du da oben ohne Arthrose über die Wolken galoppieren. Danke nochmals für all deine Liebe für deine Jette, Jovita und Pedro, auf die wir jetzt aufpassen.

 

Bis wir uns wiedersehen, bleibst auch du unvergessen. ❤️


Astrid 10.08.2020-19.11.2025

Heute ist unsere Astrid über die Regenbogenbrücke gegangen. Vielleicht sehen wir eines Tages den Sinn hinter allem, aber im Moment sind wir einfach nur traurig und geschockt.

Nach ihrer Flucht vor dem Schlachter letztes Jahr lebte sie  wochenlang im Wald.

Viele Menschen waren an ihrer Rettung beteiligt und mit Fernschussnarkose konntest sie letztendlich gesichert werden.

 

Bei Tara Tierhilfe e.V.  zog sie vorübergehend ein.

Es war nie der Plan, dass sie dort bleibt und viele Lebenshöfe boten ihr einen Platz an. Leider floh sie auch von dort, hat sich als sehr angriffslustig gezeigt und alle Höfe sagten wieder ab.

Die Verzweiflung wuchs bei Taras, denn sie hatten wahnsinnige

 Angst vor ihr und ihre Fluchtversuche wurden nicht weniger. Sie musste einige Male per Fernschuss sediert werden. So ist sie bei uns gelandet und unsere Hoffnung war groß, dass wir ihr hier ein lebenswertes Dasein schenken können. Die Hoffnung hat sie von Tag eins sehr klein gehalten. Ihre Angriffe waren noch nicht mal das Schlimmste. Fatal war ihre Sprungkraft über alle Tore und Panels und damit hast sie jeden erwischt, den sie erwischen wolltest. Im April hat sie unsere Helferin Anne so schwer erwischt, dass sie sich 3 Wochen nur flüssig ernähren konnte. Uns war sehr bewusst wie gefährlich sie ist, aber wir wussten auch, dass es keine reine Bosheit war, sondern irgendwas schrecklich schief gelaufen war in ihrer Vergangenheit. 

 

Als sie im Juli überraschend ihren Sohn Ludwig geboren hat, kam ihr Mutterinstinkt noch dazu und sie wurde noch aggressiver. In den letzten Monaten gab es Fortschritte und Rückschläge. Mal ließ sie uns im Stall arbeiten und Minuten später hat sie zum Sprung angesetzt, um Zweibeiner vom Futtertisch zu prügeln. Wir stellten ihr unsere verkuhschelsten Kühe an die Seite in der Hoffnung, dass sie sieht, dass sie hier sicher ist. Zu allen Rindern war sie immer freundlich, sogar eher zurückhaltend. Unter hohen Sicherheitsmaßnahmen und um zu vermeiden, sie erneut mit einem Betäubungsgewehr schießen zu müssen, haben wir an Ludwig und um sie herum gearbeitet. Sie hatte schon genug Vollnarkosen dieses Jahr und es besteht immer ein Risiko. 

 

Heute Nachmittag lag Janell im Stall fest, die mit ihrem Sohn Jonas bei Astrid und Ludwig stand. Astrid hat niemanden in den Stall gelassen, hat jeden attackiert und ist wieder über Tore gesprungen. Das war gefährlich für uns und die Tierärzte. Um Janell behandeln zu können, blieb uns keine Wahl, wir mussten Astrid erneut per Fernschuss sedieren. Fast 3 Stunden hat es gedauert, bis sie lag und wir uns endlich um Janell kümmern konnten. Während alle mit Janell beschäftigt waren, hat Astrid still und leise die Welten gewechselt.

 

Liebe Astrid, jetzt bist du in den Wolken so frei wie du hier nie sein konntest. Bei dir haben wir vielleicht versagt, aber wir versprechen dir, sehr gut auf deinen Ludwig aufzupassen.

 

Auch du bist ewig unvergessen, bis wir uns wiedersehen. ❤️



 

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Manchmal kann es vorkommen, dass Vollpatenschaften übernommen werden, obwohl schon Paten für ein Tier vorhanden sind. Jeder soll sich das Tier aussuchen können, welches ihm ins Herz gesprungen ist, und in dem Fall fängt das gut bepatete Tier andere Tiere ab, die vielleicht keine oder nur wenige Paten haben. Auch unsere gering bepateten Schützlinge haben natürlich Hunger und müssen versorgt werden, deshalb stehen fast alle Tiere für Patenschaften zur Verfügung.

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